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Achkarren

Anmutiges Tal mit herrlichsten Weinen

Wer von Breisach auf der Badischen Weinstraße Richtung Norden fährt, erblickt rechts an der südwestlichen Eingangspforte des Kaiserstuhls ein anmutiges sich verengendes Tal, an dessen scheinbarem Ende ein von Rebhügeln fast eingeschlossenes Dorf liegt: das Winzerdorf Achkarren.

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Auf den Bergkämmen zieht sich ein ergiebiger Laubwald hin, der mit gut ausgebauten Wegen zum Wandern einlädt. Botanische Seltenheiten wie z.B. Diptam und Flaumeiche finden Naturliebhaber im Naturschutzgebiet “Büchensberg” (Wald- und Naturlehrpfad).

Die ruhige Dorflage ohne große Durchgangsstraße und die kontaktfreudige, naturverbundene Bevölkerung geben dem Gast ein Gefühl der Behaglichkeit. In gut geführten Hotels und Weinstuben können Sie heimelige Gastlichkeit und die gute Küche, angefangen vom einfachen Winzervesper bis zu regionalen und internationalen Spezialitäten, genießen. Der 2,4 km lange “Geologische Weinlehrpfad” durch den bekannten Schloßberg und das Kaiserstühler Weinbaumuseum im Ortskern machen Sie mit Boden, Klima, Rebsorten und der Geschichte des Weinbaus am Kaiserstuhl vertraut.

Im Jahre 1813 hat schon Kolb in seinem topographischen Lexikon über Achkarren vermerkt “Der Wein, der hier wächst, ist von vorzüglicher Güte”. Davon können Sie sich bei Kellerführungen mit Weinproben in der Winzergenossenschaft und den Weingütern überzeugen. Hervorzuheben ist der Achkarrer Schloßberg Ruländer als König der Achkarrer Weine erwähnt. Das Bukett und das Aroma erhält er vom Vulkangestein, das die aufgespeicherte Tageswärme nachts wieder an die Reben abgibt. Achkarren ist das einzige Winzerdorf mit 50 Prozent Vulkanboden, auf dem die feurigen, exzellenten Spitzenweine wachsen.

Anlässlich der Übertragung an das Kloster Ottmarsheim im Jahre 1064 durch König Heinrich IV. wurde Achkarren das erste Mal urkundlich erwähnt. Archäologische Siedlungsspuren lassen auf eine über zweitausendjährige Besiedlung mit Unterbrechungen schließen. Die überall anzutreffenden Terrassen der Weinberge wurden vermutlich erst nach Beginn der alemannischen Besiedlung ab 260 n. Chr. angelegt.

Aus anderen Quellen ist zu entnehmen, dass es sich bei Achkarren um eine sogenannte Ausbausiedlung aus der Zeit der fränkischen Herrschaft (ab ca. 500 n. Chr.) handelt.

Um 600 n. Chr. soll ein Mann namens „Haducharl“ (von „hadu“ = Krieg, Streit und „charl“, dessen Bedeutung etwa dem heutigen „ganzer Kerl“ entspricht) sich samt Clan in diesem kleinen Westtal des Kaiserstuhles niedergelassen haben. Die Entstehung als Ausbausiedlung von einem der früheren Nachbardörfer aus ist einerseits durch die geringe Gemarkungsgröße von rund 350 ha plausibel und wird durch den vermutlichen ursprünglich fränkischen Ortsnamen „Haducharlheim“ (erste frühe Erwähnungen sprechen von „Hatecharlen“) gestützt.

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Durch Abschleifung und Zurückstellen des „h“ wurde daraus „Ahtekarlen“ (das „h“ wurde damals wie das heutige „ch“ gesprochen) und die o. a. erste urkundliche Erwähnung sprach von „Hatcharl“.

Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich dies zu „Ahtkarl“ (1273), „Achtkarlen“ (1315), „Achtkaren“ (1465) und ab dem 16. Jahrhundert setzte sich zunehmend „Achtkarren“ durch, das schließlich auch das „t“ verlor und bald zum heutigen Achkarren wurde.

Einheimische erzählen eine Sage über die Entstehung des Namens: Demnach gab es Pannen beim Bau der Burg Höhingen auf dem Schlossberg hoch über dem Ort. Mehrfach war ein Wagen mit Material den sehr steilen Hang hinaufgezogen und -geschoben worden, nur um sich kurz vor dem Gipfel selbstständig zu machen und wieder zu Tal zu donnern. Beim Anblick dieser Malaise entfuhr dem Schlossherrn in spe dann „Ach Karren!“

Die Burg selbst wurde nach Jahrhunderten ihres Bestehens zum ersten Mal 1525 im Laufe des Bauernaufstandes und nach Wiederaufbau dann endgültig im Dreißigjährigen Krieg von den kaiserlich-katholischen Truppen zerstört, als sie gegen die Schweden nicht mehr zu halten war.

Auf dem Schlossberg sind heute nur noch Rudimente von Ruinen zu sehen. Drei Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges zählte Achkarren 58 Einwohner, was einer Auslöschung von über 70 % der ehemaligen Bewohner gleichkommt. 1703 schließlich wurde bei der Belagerung von Breisach durch französische Truppen während des Spanischen Erbfolgekrieges das Dorf Achkarren nahezu komplett zerstört. In den Kriegswirren zwischen Spätmittelalter und Neuzeit war Achkarren zusammen mit Nachbargemeinden wie Ihringen und Breisach auch mehrmals für einige Jahre französisch.

Hinter dem an den Schlossberg angrenzenden Büchsenberg befindet sich ein großer Steinbruch, der im Mittelalter unter anderem zum Bau des Breisacher Stephansmünsters genutzt und seit kurzem als originale Materialquelle für notwendige Reparaturen „wiederentdeckt“ wurde.

Am 1. Januar 1975 wurde Achkarren in die Stadt Oberrotweil eingegliedert, deren Name am 15. April 1977 in Vogtsburg im Kaiserstuhl geändert wurde.