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Merdingen am Tuniberg

Schmuckes Dorf im Weingarten von Freiburg

Der Weinort Merdingen gehört im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald liegt an der westlichen Steilkante des Tunibergs. Dieser flache Bergrücken überragt die südliche Oberrheinebene um gut hundert Meter und wird auch als „kleiner Bruder des Kaiserstuhls“ und „Weingarten von Freiburg“ bezeichnet.

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Von hier aus hat man einen traumhaften Ausblick auf den nahegelegenen Schwarzwald und die Vogesen. Das milde Klima und die fruchtbaren Lößböden bieten geradezu ideale Voraussetzungen für den Anbau von Wein, Obst und Spargeln.

Die Gemeinde zeichnet sich durch ein gepflegtes Ortsbild und eine beschauliche Lage aus. 1754 wurde der Ort als „eines der größten Dörfer im Breisgau“ beschrieben. Stattliche Bauten, Fachwerkhäuser und der Marktbrunnen erinnern an die bäuerliche und gewerbliche Vergangenheit, die im 18. Jahrhundert eine Blütezeit erlebte.

Merdingen ist eine vorwärtsstrebende Gemeinde mit zahlreichen Handwerks- und Gewerbebetrieben. Mustergültig angelegte Rebberge, die etwa 250 ha der Gemarkungsfläche von rund 1.440 ha bedecken, und Wälder mit botanischen Besonderheiten laden auf gepflegten Wegen zum Wandern ein. Die Gemeinde kann vieles neben Wein, Sonne und Barock bieten.

Ein über Jahre hin entwickelter und durchdachter Dorfentwicklungsplan ist heute die Basis dafür, dass historisches Ortsbild und moderne Entwicklung ausgewogen zur Geltung kommen können.

Die Bemühungen um eine dorfgerechte Ortssanierung und Ensemblepflege trugen Merdingen 1989 im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ die Goldmedaillen des Landes Baden-Württemberg und der Bundesrepublik Deutschland ein.

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Prähistorische Bodenfunde und der Ortsname reihen das Dorf unter die ältesten Siedlungen des Breisgaus ein. Vermutlich war die Ortslage schon von den Kelten besiedelt. Ab dem 1. Jahrhundert nach Christus lebten hier Römer in Gutshöfen und betrieben Obst- und Gemüseanbau. Die Ansiedlung der Römer sind durch archäologisch gesicherte Reste eines römischen Badegebäudes nachgewiesen, welches nördlich von Merdingen in Richtung Wasenweiler zu besichtigen ist. Die Ortschaft Merdingen ist eine Gründung der Alemannen im 5. oder 6. Jahrhundert.

Weitere urkundliche Erwähnungen datieren auf 1137 und 1154 im Rahmen einer Güterschenkung an das Kloster St. Peter und im Jahre 1139 in einer päpstlichen Bulle für das Fürstbistum Basel. Die Ortsherrschaft wechselte mehrmals. Bekannt ist, dass ab 1666 ein Drittel den Freiherren von Kageneck gehörten. Im Dreißigjährigen Krieg und bei diversen Feldzügen französischer Könige im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Merdingen mehrfach gebrandschatzt. Durch die Lage zwischen Freiburg und Breisach konnte sich das Dorf den Auswirkungen der Kriege nicht entziehen.

Obwohl der Wiederaufbau schon in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts einsetzte, konnte sich die Gemeinde erst im folgenden Jahrhundert von den Rückschlägen erholen. 1716 gingen nach dem Verkauf durch die Freiherren von Wessenberg zwei Drittel der Ortsherrschaft an die Freiburger Deutschordenskommende über.

Die Bevölkerungszahl wuchs rasch an. „Merdingen ist eins von den grösten Dörffern in Breysgau“, hieße es 1754. Stattliche Bauten, Fachwerkhäuser und der Marktbrunnen erinnern an die bäuerliche und gewerbliche Vergangenheit aus der Blütezeit Merdingens, die im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte. Die spätbarocke Pfarrkirche (1738 – 1741) des Deutschordensbaumeisters Johann Kaspar Bagnato gehört mit der Innenausstattung zu den schönsten Barockkirchen in Südbaden.